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| Wirtschaftsforum
für den Landkreis Meißen - 02.12.2003 |
Im Landkreis Meißen war die Wirtschaftsförderungsgesellschaft
(WRM GmbH), vertreten durch den Geschäftsführer
Herr Peter Rudolph, unser wichtigster Partner bei
der Durchführung des Wirtschaftsforums, an welchem
folgende Referenten und Fachexperten teilnahmen:
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Landkreis Meißen,
Hr. Arndt Steinbach, Landrat
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IHK Dresden, Hr.
Hartmut Paul, Präsident
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Kreissparkasse Meißen,
Hr. Bardo Thaler, Stellv. Vorstandsvorsitzender
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Volksbank Meißen,
Hr. Lothar Knauer Vorstandsmitglied
-
Steuerberaterin
+ vereidigte Buchprüferin(vBP),
Fr. Andrea Wagner, Grüter Hamich & Partner,
Meißen
-
Rechtsanwalt, Hr.
RA Klaus Rosenhagen, Kanzlei Zwipf Rosenhagen Partnerschaft
-
Fördermittel,
Hr. Osman Nasr, Fachexperte für Fördermittelberatung
Die Interessen der Schweizer Wirtschaft
wurden vertreten vom:
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Schweizer Generalkonsul,
Hr. Hans Dürig, Schweizer Generalkonsulat für
Sachsen, Sachsen-Anhalt + Thüringen
Die Unternehmenskontor für Deutschland
GmbH wurde repräsentiert von:
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| Wirtschaftsforum
für die Region Ostsachsen - 19.09.2003 |
Anlässlich der Bautzner Unternehmertage
(BUT) führten wir in enger Kooperation mit
dem Leiter des Wirtschaftsförderungsamtes der
Stadt Bautzen, Herrn Eckehard Oßwald, ein
Wirtschaftsforum durch, an dem folgende Teilnehmer
durch Ihre fundierten Referate zu einer erfolgreichen
Veranstaltung beitrugen:
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Oberbürgermeister
der Stadt Bautzen, Hr. Christian Schramm
-
IHK Dresden,
Hr. Rainer Reißaus, Referatsleiter Außenwirtschaft
-
Kreis Sparkasse Bautzen,
Hr. Ulrich Bartscher, Vorstandsmitglied
-
Volksbank Bautzen,
Hr. Schneider, Vorstandsmitglied
-
Rechtsanwalt,
Hr. RA Andreas Zwipf, Kanzlei Zwipf Rosenhagen
Partnerschaft
-
Fördermittel,
Hr. Osman Nasr, Fachexperte für Fördermittelberatung
Die Interessen der Schweizer Wirtschaft
wurden vertreten vom:
-
Schweizer Generalkonsul,
Hr. Jörg Flühmann, Leiter Swiss Business
Hub Germany
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Schweizer Konsul,
Hr. Daniel Blatter, Schweizer Generalkonsulat
für Sachsen, Sachsen-Anhalt + Thüringen
Die Unternehmenskontor für Deutschland
GmbH wurde repräsentiert von:
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| Interview
mit Frau Gabriele Borczyk, Steuerberaterin in Bautzen |
Gabriele Borczyk:
Geschäftsführende Gesellschafterin
Borczyk, Dr. Rudel & Schäfer GmbH, Steuerberatungsgesellschaft
Martin-Hoop-Straße 32, 02625 Bautzen
Wer ist die Borczyk, Dr. Rudel & Schäfer
GmbH, Steuerberatungsgesellschaft und durch welche
Dienstleistungen zeichnen sie sich speziell aus?
Unsere Kanzlei existiert seit 1990. Wir sind seit
Beginn in Bautzen ansässig. Bei uns sind ca.
20 gut qualifizierte Mitarbeiter tätig und
wir betreuen hauptsächlich Klein- und mittelständische
Unternehmen. Unsere Dienstleistungen umfassen das
Erstellen von Buchhaltungen, Lohnabrechungen für
die Mitarbeiter, Jahresabschlüsse, Steuererklärungen
und so weiter. Daneben sind wir sehr aktiv im Bereich
der Finanzierungs- und Investitionsberatung und
-Gestaltung. Ein weiterer wichtiger Bereich stellt
für uns die Unternehmensberatung dar. Nebst
der reinen betriebswirtschaftlichen Beratung und
der Aufarbeitung des dazu notwendigen Zahlenmaterials
wird auch die Beratung im Bereich der Unternehmensnachfolge
und Erbfolge ein immer wichtigeres Thema, dem wir
uns mit unseren dazu spezialisierten Mitarbeitern
in der Zukunft noch vermehrt widmen werden.
Was fällt Ihnen zu den Stichworten
„Unternehmenssicherung + Nachfolgeregelung“
im Bereich der Klein- und mittelständischen
Unternehmen ein?
Das Thema Unternehmensnachfolge wird von den Unternehmern
meistens viel zu nachlässig angegangen. Häufig
müssen die Unternehmer durch Dritte, beispielsweise
den Steuerberater oder die finanzierende Bank, mit
der Nase darauf gestoßen werden. Es darf nicht
sein, dass sich ein Unternehmer erst mit beispielsweise
63 Jahren fragt, was geschieht mit meinem Unternehmen,
wenn ich einmal nicht mehr da bin. Es spricht nichts
dagegen, bereits Ende 40, Anfangs 50 sich erste
Gedanken in Richtung Unternehmensnachfolge zu machen.
Selbst bei einer Familien internen Nachfolgeregelung
ist es sinnvoll und notwendig, rechtzeitig die Weichen
zu stellen und die notwendigen Abklärungen
und Vorbereitungen zu treffen.
Betrachten Sie die Wahrung der Vertraulichkeit
im unternehmens-internen Entscheidungsprozeß
einer Nachfolgeregelung als wichtig?
Für mich ist die Wahrung der Vertraulichkeit
eine erste und ganz entscheidende Voraussetzung
im gesamten Prozess einer Unternehmensnachfolgeregelung,
welche zwingend gegeben sein muss. Als Steuerberater
sind wir von Beruf wegen zur Verschwiegenheit und
damit auch zur Wahrung der Vertraulichkeit verpflichtet.
In jedem Ablauf einer Unternehmensnachfolgeregelung
kommt aber der Punkt, wo die Vertraulichkeit teilweise
oder ganz aufgehoben werden muss, andernfalls ein
Verkauf gar nicht möglich wird. Allerdings
sollte die Art und Weise und der Zeitpunkt mit großer
Vorsicht und von Fall zu Fall mit dem Unternehmer
gemeinsam festgelegt werden. Schlussendlich bestimmt
jedoch der Unternehmer Art und Umfang einer Preisgabe
von vertraulichen Informationen über sein Unternehmen.
Es ist aber unsere Pflicht, ihn auf die möglichen
Gefahren und Konsequenzen rechtzeitig aufmerksam
zu machen.
Ein Unternehmer steht, aus welchen Gründen
auch immer, vor der Aufgabe, für sein Unternehmen
einen Nachfolger oder zusätzlichen Teilhaber
zu finden. Würden Sie ihm empfehlen, dies alleine
zu tun oder sich in dieser Phase beraten zu lassen?
Auf jeden Fall sollte sich der Unternehmer beraten
lassen, wenn es um die Nachfolgeregelung in seinem
Unternehmen geht. Das muss nicht immer der Steuerberater
sein. Es gibt auch sehr qualifizierte Unternehmensberater
oder Rechtsanwälte, welche dies sehr gut machen
und die dazu notwendige Erfahrung mitbringen. Ich
kann es keinem Unternehmer empfehlen, den Unternehmensnachfolger
auf eigene Faust zu suchen. Aus meiner Erfahrung
heraus weiß ich, dass Unternehmer im Normalfall
über den Umfang der notwendigen Schritte hin
zu einer rechtlich abgesicherten Nachfolgeregelung,
aber auch zu einer fundierten Berechnung des Unternehmenswertes
keine Vorstellung haben. Dafür ist das Thema
viel zu komplex. Ein Unternehmer befasst sich im
Normalfall einmal in seinem Leben mit dem Thema
seiner Nachfolgeregelung. Woher soll er da die notwendigen
Kenntnisse und Erfahrung mitbringen. Selbst wenn
schon ein Nachfolger feststeht, sollte die rechtliche
und steuerliche Seite vorab geklärt werden,
um möglichen Schaden zu verhindern.
Angenommen, Sie würden sich für
die Übernahme eines Unternehmens interessieren
und würden dazu möglicherweise noch etwas
Geld von der Bank benötigen. Welche Unterlagen,
Zahlen, Daten und Fakten erwarten Sie von einem
"Übernahmekandidaten“?
Zur Beurteilung eines Unternehmens benötigen
wir jeweils als erste Grundlage die Jahresabschlüsse
der letzten 3 Jahre und dazu die aktuellen Zahlen
des laufenden Jahres. Diese müssen jedoch im
Sinne anerkannter betriebswirtschaftlicher Auswertungen
umfassend aufgearbeitet werden, weil eine Jahresbilanz
aus einer ganz anderen Optik heraus erstellt wurde.
Dazu gehört sowohl eine detaillierte Aufstellung
des aktuellen Anlagevermögens als auch eine
umfassende Analyse der Betriebsausgaben und Kostenpositionen
um mögliches Optimierungspotential erkennen
zukönnen. Aber auch die Einnahmenseite muss
eingehend betrachtet werden. Wie sind sie entstanden,
welche Vertragspartner stehen dahinter und welche
Qualität und Laufzeit haben die Verträge
und Vereinbarungen. Wichtig ist auch die Struktur
des Personals, Anzahl und Qualifikation der Mitarbeiter
zu hinterfragen. Einfach nur die Zahlen offen zulegen
ist viel zu wenig.
Angenommen, Sie wären heute Existenzgründer
und stehen vor der Wahl, ein Unternehmen neu zu
gründen oder ein im Markt gut eingeführtes
Unternehmen mit stabilem Auftrags- und Ertragspotential,
qualifizierten Mitarbeitern und umfangreichem Kundenstamm
zu übernehmen. Welche Basis würden Sie
als Start ins Unternehmertum als optimaler und Erfolgs
versprechender betrachten?
Wenn ich persönlich vor der Wahl stehen würde
entweder ein bestehendes Unternehmen zu erwerben
oder es selbst zu gründen, dann würde
ich in keinem Fall bei Null anfangen wollen, sondern
viel eher ein bestehendes im Markt gut eingeführtes
Unternehmen erwerben. Natürlich müssen
dabei die Vertragsbedingungen passen und die Ertragsaussichten
sich positiv darstellen lassen. Es liegt in der
Natur der Sache, dass dieser Weg mit größerer
Wahrscheinlichkeit viel erfolgreicher sein wird,
als eine klassische Existenzgründung, welche
bei Null anfängt.
Bautzen, Oktober 2003
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Interview
mit Frau Andrea Wagner, Steuerberaterin
Geschäftsführende Gesellschafterin - Grüter,
Hamich & Partner Steuerberatungsgesellschaft M. H.
mbH |
Wer ist Grüter, Hamich & Partner und
durch welche Dienstleistungen zeichnen sie sich
speziell aus?
Grüter, Hamich & Partner ist eine Steuerberatungsgesellschaft
mit Sitz in Meissen. Nebst dieser selbständigen
Gesellschaft hier in Meissen unterhalten wir vier
weitere eigenständige Gesellschaften im Ruhrgebiet,
mit denen wir eng kooperieren. Unser Unternehmenszweck
ist die Steuerberatung, wobei unser Schwerpunkt
nicht im Bereich der reinen Steuerdeklaration, sondern
vielmehr in der umfassenden steuerlichen Beratung
unserer Mandanten liegt. Im Mittelpunkt steht für
uns die ganzheitliche, individuelle Beratungsleistung,
welche auch einem zunehmenden Bedürfnis des
Marktes entspricht. Nebst der rein steuerlichen
Seite gehören zu einer ganzheitlichen Beratung
auch die betriebswirtschaftlichen Bereiche, Finanzierungsberatung,
Abklärungen der Fördermöglichkeiten
und -fähigkeiten und weitere mehr. Dort wo
wir die Fähigkeiten nicht hausintern abdecken
können, beziehen wir diese über unsere
langjährigen Netzwerkpartner.
Was fällt Ihnen zu den Stichworten "Unternehmenssicherung
+ Nachfolgeregelung" im Bereich der Klein-
und mittelständischen Unternehmen ein?
Generell läßt sich sagen, daß eine
Unternehmenssicherung nicht gegeben ist, wenn die
Nachfolgeregelung nicht rechtzeitig angegangen wird.
Im Bereich der Klein- und mittelständischen
Unternehmen haben wir die Erfahrung gemacht, daß
das Problem der Nachfolgeregelung häufig viel
zu spät oder überhaupt nicht angegangen
wird. Dies führt leider noch zu oft zum Tod
und Untergang des Unternehmens, was in den meisten
Fällen durchaus hätte verhindert werden
können. Eine rechtzeitige Regelung der Unternehmensnachfolge
sollte daher in jedem Falle unterstützt und
gefördert werden.
Betrachten Sie die Wahrung der Vertraulichkeit
im unternehmensinternen Entscheidungsprozeß
einer Nachfolgeregelung als wichtig?
In unserem Berufsstand ist die Verschwiegenheitspflicht
eine generelle Berufspflicht und daher selbstverständlich.
In der Nachfolgeregelung ist die Vertraulichkeit
besonders wichtig. Ein Unternehmen kann man nicht
auf einem transparenten Markt, wie beispielsweise
Aktien oder Immobilien, anbieten, weil sie auf diese
Art enormen Schaden erleiden können bis hin
zur Unverkäuflichkeit.
Ein Unternehmer steht, aus welchen Gründen
auch immer, vor der Aufgabe, für sein Unternehmen
einen Nachfolger oder zusätzlichen Teilhaber
zu finden. Würden Sie ihm empfehlen, dies alleine
zu tun oder sich in dieser Phase beraten zu lassen?
Entsprechend meinem Selbstverständnis für
eine ganzheitliche Beratung würde ich einem
Unternehmer speziell bei diesem heiklen Thema "Regelung
der Unternehmensnachfolge" auf jeden Fall eine
entsprechende Beratung empfehlen. Es sollte jedoch
zunächst genau analysiert werden, wann, in
welcher Art und in welchem Umfang ein Unternehmer
entsprechende Beratungsleistungen benötigt.
Dies sollte möglichst innerhalb eines qualifizierten
Netzwerkteams erfolgen, damit man je nach Bedürfnis
die entsprechende Unterstützung bedarfsgerecht
beziehen kann.
Angenommen, Sie würden sich für die
Übernahme eines Unternehmens interessieren
und würden dazu möglicherweise noch etwas
Geld von der Bank benötigen. Welche Unterlagen,
Zahlen, Daten und Fakten erwarten Sie von einem
"Übernahmekandidaten"?
Neben den geprüften und testierten Bilanzen
der vergangenen 3 bis 5 Jahre erwarte ich aufgearbeitete
betriebswirtschaftliche Auswertungen. Darüber
hinaus würde ich eine umfassende Unternehmensprüfung
(im Rahmen einer Due Diligence) erwarten, welche
weitreichende Informationen, z.B. über die
Mitarbeiterqualifikation, Mitbewerber, Wettbewerb,
Marktchancen, bereitstellt. Das Ratingverfahren
nach den Vorschriften von "Basel II" kann
dabei eine gute Grundlage bilden, was mir persönlich
aber noch nicht weit genug geht.
Angenommen, Sie wären heute Existenzgründerin
und stehen vor der Wahl, ein Unternehmen neu zu
gründen oder ein im Markt gut eingeführtes
Unternehmen mit stabilem Auftrags- und Ertragspotential,
qualifizierten Mitarbeitern und umfangreichem Kundenstamm
zu übernehmen. Welche Basis würden Sie
als Start ins Unternehmertum als optimaler und Erfolg
versprechender betrachten?
Vor 8 Jahren hätte ich diese Frage vermutlich
noch anders als heute beantwortet. In unserer Branche
findet derzeit kein Wachstum, sondern nur noch eine
Umverteilung statt. In Branchen ohne Wachstum hat
ein Existenzgründer nur dann eine echte Überlebenschance,
wenn er ein bestehendes Unternehmen zu fairen Konditionen
übernehmen kann. Selbst weiteres Wachstum ist
derzeit meist nur noch durch Übernahme bestehender
Unternehmen möglich. Dass diese Unternehmen
vor der Übernahme genauestens geprüft
werden sollten, ist für mich selbstverständlich.
Meißen, Juli 2003
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Interview
mit Herrn Dr. Helfried Schmidt
Gründer der OSKAR-Stiftung + des Rm Regionalmagazin
für Wirtschaft und Unterhaltung |
Einleitung
Was macht die OSKAR-Stiftung und welche Leserschaft
deckt das Rm Regionalmagazin für Wirtschaft
und Unterhaltung ab?
Die OSKAR-Stiftung ist eine private Initiative,
die 1995 ins Leben gerufen wurde. Sie hat sich die
Aufgabe gestellt, die Achtung und den Respekt vor
dem Unternehmertum in Deutschland zu fördern.
Die wesentlichste Maßnahme dafür ist
die jährlich stattfindende OSKAR-Preisverleihung.
Hervorragende mittelständische Unternehmen,
welche in mehreren Kriterien bewertet wurden, werden
mit dem "OSKAR für den Mittelstand"
ausgezeichnet.
Das Regionalmagazin informiert über
wesentliche Ereignisse aus der Wirtschaft und Gesellschaft.
Es ist gleichzeitig offizielles Publikationsorgan
der OSKAR-Stiftung. Gegenwärtig erscheinen
deutschlandweit 12 Regionalausgaben mit einer Gesamtauflage
von 70.000 Exemplaren, die zu fast 100 % direkt
an mittelständische Unternehmer versandt werden.
Interview
Was fällt Ihnen zu den Stichworten "Unternehmenssicherung
+ Nachfolgeregelung" im Bereich der Klein-
und mittelständischen Unternehmen ein?
Unternehmenssicherung und Nachfolgeregelung sind
Themen, welche zu Unrecht in der öffentlichen
Diskussion immer hinten angestellt werden. In einer
schwierigen wirtschaftlichen Phase wie heute genügt
es überhaupt nicht, fast ausschließlich
nur von Existenzgründungen zu reden. Es ist
ebenso wichtig, die Aufmerksamkeit auf den Erhalt
und Fortbestand der vorhandenen Unternehmen zu richten.
Dies ist eine Aufgabe sowohl für die gesamte
Volkswirtschaft als auch für jeden einzelnen
Unternehmer. Es macht keinen Sinn, mit viel Mühe
ein Lebenswerk aufzubauen und dies am Ende eventuell
zwischen den Fingern zerrinnen zu sehen.
Betrachten Sie die Wahrung der Vertraulichkeit
im unternehmens-internen Entscheidungsprozess einer
Nachfolgeregelung als wichtig?
Zweifellos. Gerade deshalb kann ein Unternehmensverkauf
in keinster Weise mit einem Immobilienverkauf verglichen
werden. Im Gegensatz zu einer Immobilie geht es
bei einem Unternehmen in ganz hohem Maße um
"weiche Faktoren". Die kann man weder
in einem Bild noch mit einer Headline darstellen.
Unter Fachleuten ist klar, dass wirtschaftliche
Abläufe nicht nur zu 50, sondern eher zu 90
% durch psychologische Einflüsse bestimmt werden,
das heißt von, gegenseitigem Vertrauen und
auch von gegenseitiger Vertraulichkeit. Speziell
die Wahrung der Vertraulichkeit kann gerade bei
einem Unternehmensverkauf nicht hoch genug eingeschätzt
werden.
Ein Unternehmer steht, aus welchen Gründen
auch immer, vor der Aufgabe, für sein Unternehmen
einen Nachfolger oder zusätzlichen Teilhaber
zu finden. Würden Sie ihm empfehlen, dies alleine
zu tun oder sich in dieser Phase beraten zu lassen?
Ein Unternehmer sollte in keiner Phase allein bleiben.
Mittelständische Unternehmer sind das Rückgrat
unserer marktwirtschaftlichen Gesellschaft. Was
diese täglich leisten, zum Nutzen unserer Gesellschaft,
ist viel zu wertvoll, als sie in irgend einer Phase
alleine zu lassen. Doch der Unternehmensverkauf
oder die Nachfolgeregelung sind Aufgaben, die der
typische Unternehmer in der Regel nur einmal in
seinem Leben gestellt bekommt. Hier sollte er sich
erst recht kompetente Beratung suchen, wie er es
sonst im Alltag auch tut.
Angenommen, Sie würden sich für die
Übernahme eines Unternehmens interessieren
und würden dazu möglicherweise noch etwas
Geld von der Bank benötigen. Welche Unterlagen,
Zahlen, Daten und Fakten erwarten Sie von einem
"Übernahmekandidaten"?
In der Situation eines Käufers frage ich mich,
was ich generell brauche, um einen möglichst
realistischen Überblick über das Unternehmen
und dessen Werte zu bekommen. Das ist mit Einblick
in die Bilanzen nicht getan. Mich würden beispielsweise
möglichst umfassende, detaillierte und aussagekräftige
Informationen darüber interessieren, wie sich
der Kundenstamm in den letzten Jahren entwickelt
hat, mit welchen Marketingmaßnahmen er aufgebaut
wurde, wie er im Alltag gepflegt wird, und wie hoch
das Risiko eingeschätzt wird, das er nach erfolgtem
Unternehmerwechsel zusammen bricht. Im Weiteren
würde mich interessieren, mit welchem Personalstamm
ich rechnen kann. Gab es dort in letzter Zeit eine
hohe Fluktuation oder zeigt er sich relativ stabil?
Dann würde ich gerne einen Blick auf die bestehenden
Zulieferbeziehungen und die entsprechenden Verträge
werfen. Könnte in diesem Bereich vielleicht
in wenigen Monaten nach der Übernahme das böse
Erwachen kommen oder sind die Zulieferbeziehungen
relativ sicher? Auch schaue ich mir an, wie das
Unternehmen in regionalen und überregionalen
Netzwerken eingebunden ist. Sind dazu tragfähige
Kooperationen vorhanden, welche auf solidem, partnerschaftlichem
Fundament stehen oder steht das Unternehmen allein
auf weiter Flur? Ist es vielleicht nur noch zufällig
erfolgreich und in einem Jahr möglicherweise
vergessen? Alles Fragen, welche ich beantwortet
haben möchte.
Einen Teil der für mich wichtigen Informationen
über ein Unternehmen würde ich in einem
Standardverfahren nach den Vorschriften von "Basel
II" berücksichtigt sehen. Trotzdem würden
mir diese nach üblichem Standard erarbeiteten
"Basel II - Kennziffern" noch nicht genügen,
um eine endgültige Entscheidung über einen
Unternehmenskauf zu fällen. Diese müßten,
wie bereits erwähnt, um einige sehr wichtige
Bereiche und Aspekte ergänzt werden.
Angenommen, Sie wären heute Existenzgründer
und stehen vor der Wahl, ein Unternehmen neu zu
gründen oder ein im Markt gut eingeführtes
Unternehmen mit stabilem Auftrags- und Ertragspotential,
qualifizierten Mitarbeitern und umfangreichem Kundenstamm
zu übernehmen. Welche Basis würden Sie
als Start ins Unternehmertum als optimaler und Erfolgs
versprechender betrachten?
Hier muss ich zwei verschiedene Antworten geben:
Eine für jüngere, unerfahrenere Existenzgründer
und eine für Existenzgründer mit bestehendem
Erfahrungspotential.
Wer von Grund auf neu anfängt, wer von Unternehmen
und vom Unternehmertum noch nicht sehr viel weiß,
der sollte auch tatsächlich "bei Null"
anfangen. Der sollte erst mal als "Gesellenzeit"
eine klassische Existenzgründung hinter sich
zu bringen, um in 2 bis 5 Jahren zuerst einmal die
Grundlagen zu schaffen.
Andere Existenzgründer bringen bereits Unternehmer
- Erfahrung mit, weil sie beispielsweise Führungserfahrung
aus anderen Unternehmen haben, oder weil sie schon
während ihrer Studienzeit nebenberuflich Unternehmen
aufbauen konnten, oder weil sie im elterlichen Unternehmen
eine Menge lernen durften. Die können sich
die "Gesellenzeit" sparen, denen ist die
Übernahme eines bestehenden Unternehmens durchaus
zu empfehlen. Vor allem in einer Zeit wie heute,
wo es mehrere 100.000 Unternehmen gibt, welche schon
jetzt und in den nächsten Jahren zunehmend
zur Übernahme bereit stehen und dringend Nachfolger
suchen. Für jemanden, der weiß, welche
Verantwortung auf einen Unternehmer tatsächlich
zukommt, ist der Kauf eines Unternehmens die optimalere
Variante, mit der er mehrere Schritte und viel Zeit
sparen kann.
Text zur internen Verwendung und Veröffentlichung
durch die Unternehmenskontor f. D. GmbH genehmigt:
| Ort, Datum: Leipzig 01.07.2003 |
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Interview
mit Herrn Ulrich Wagner
Geschäftsführer des Wirtschaftsforum
Sächsisches Elbland e.V. |
Was macht das WFSE und welche Unternehmer
und Unternehmen sprechen Sie speziell an?
Das Wirtschaftsforum Sächsisches Elbland
ist aufgrund einer Initiative von Unternehmern
aus der Region entstanden. Ursprüngliche
Zielsetzung war das Erarbeiten und Finden
von regionalspezifischen Problemlösungen
für hier ansässige Unternehmen.
Es ging hauptsächlich um die Berücksichtigung
regionaler Eigenheiten, welche sich durchaus
von denjenigen unterscheiden, welche auf Länder
oder Bundesebene bestehen. Wir verstehen uns
als sinnvolle und notwendige Ergänzung
zu anderen Organisationen, wie zum Beispiel
die Berufs- und Arbeitgeberverbände oder
überregionale Wirtschaftsorganisationen.
Als zweiter Schwerpunkt kam die Überlegung
dazu, dass sich z.B. eine Stadt wie Dresden
mit seinem Umland als Region verstehen muss.
Wir streben eine solche Regionalinitiative
an und unterstützen aktiv deren Bildung.
Das erklärt auch, warum wir zu den Gründungsmitgliedern
der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Regionalinitiativen
zählen. Entsprechend unserer Mitglieder,
welche ausschließlich Unternehmer und
Unternehmen sind, verstehen wir uns auch als
klassischen Wirtschaftsverein, der sehr unternehmensbezogen
arbeitet und bei dem somit auch Themen rund
um die Wirtschaft im Vordergrund stehen. Wir
haben keine spezielle Branchenausrichtung,
sondern sind offen für sämtliche
Wirtschaftsbereiche in unserer Region.
Was fällt Ihnen zu den Stichworten
"Unternehmenssicherung + Nachfolgeregelung"
im Bereich der Klein- und mittelständischen
Unternehmen ein?
Unternehmenssicherung und Unternehmensnachfolge
sind zwei Themen, welche leider viel zu selten
zur Sprache kommen und wenn, dann häufig
viel zu spät. Eine rechtzeitig eingeleitete
und gut vorbereitete Nachfolgeregelung ist
auf jeden Fall eine wichtige Maßnahme
zur Unternehmenssicherung. Somit können
diese zwei Themen durchaus in direkter Beziehung
zueinander stehen.
Betrachten Sie die Wahrung der Vertraulichkeit
im unternehmensinternen Entscheidungsprozess
einer Nachfolgeregelung als wichtig?
Diese Frage könnte ich mit einem knappen
"JA" beantworten. Die Wahrung der
Vertraulichkeit ist Grundvoraussetzung für
die Regelung der Unternehmensnachfolge. Es
geht ja sehr häufig darum, ein Lebenswerk
an einen Nachfolger zu übergeben. Dies
ist ein sehr sensibles und heikles Thema,
welches man nicht vergleichen kann mit Immobilienhandel
oder Aktienverkäufen an der Börse.
Verkaufswillige müssen bereit sein, zu
einem gewissen Zeitpunkt vertraulichste Informationen
über das Unternehmen preiszugeben. Das
macht niemand gerne. Wenn der Unternehmer
den Grundsatz der Vertraulichkeits-Wahrung
verletzt, kann sein Unternehmen mit großer
Wahrscheinlichkeit schweren Schaden erleiden.
Ein Unternehmer steht, aus welchen Gründen
auch immer, vor der Aufgabe, für sein
Unternehmen einen Nachfolger oder zusätzlichen
Teilhaber zu finden. Würden Sie ihm empfehlen,
dies alleine zu tun oder sich in dieser Phase
beraten zu lassen?
Egal ob es um eine Familien interne Nachfolgeregelung
oder eine externe Unternehmensnachfolge durch
Dritte geht, es sollten in beiden Fällen
qualifizierte Berater zugezogen werden. Im
Normalfall führt ein Unternehmer nur
einmal in seinem Leben eine Nachfolgeregelung
durch. Dabei sind eine Vielzahl von rechtlichen
und steuerlichen Aspekten zu berücksichtigen,
welche nur von spezialisierten Steuerberatern,
Rechtsanwälten und Fachberatern beherrscht
wird.
Angenommen, Sie würden sich für
die Übernahme eines Unternehmens interessieren
und würden dazu möglicherweise noch
etwas Geld von der Bank benötigen. Welche
Unterlagen, Zahlen, Daten und Fakten erwarten
Sie von einem "Übernahmekandidaten"?
Grundsätzlich greift man als Kaufinteressent
als erstes auf solche Unterlagen zurück,
welche so oder so vorliegen. Ich meine damit
vorallem die Bilanzen und anderes Zahlenmaterial,
welches auch über die Vorausschau und
Zukunftsplanung eines Betriebes Auskunft geben
sollte. Daneben interessieren mich auch Themen
wie der aktuelle Kundenstamm, die Zahlungsmoral
und vieles mehr. Nebst diesen wichtigen Informationen
wäre für mich das persönliche
"Feeling" ganz entscheidend, welches
ich für ein entsprechendes Unternehmen
entwickle. Dieser Faktor würde meine
Entscheidung mit Sicherheit sehr stark beeinflussen.
Von den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen
erwarte ich auch, dass ich sie gegebenenfalls
für eine Finanzierungsanfrage bei einer
Bank oder auch zur Abklärung der Fördermöglichkeiten
nutzen kann.
Angenommen, Sie wären heute Existenzgründer
und stehen vor der Wahl, ein Unternehmen neu
zu gründen oder ein im Markt gut eingeführtes
Unternehmen mit stabilem Auftrags- und Ertragspotential,
qualifizierten Mitarbeitern und umfangreichem
Kundenstamm zu übernehmen. Welche Basis
würden Sie als Start ins Unternehmertum
als optimaler und Erfolgs versprechender betrachten?
Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen,
das es für jeden Existenzgründer
einfacher wäre, in ein bestehendes und
auf dem Markt etabliertes Unternehmen einzusteigen,
als bei Null anzufangen. Der Jungunternehmer
könnte sich von Beginn an auf die wesentlichen
unternehmerischen Aufgaben konzentrieren,
als sich möglicherweise in dem nicht
zu unterschätzenden aufwändigen
Gründungskleinkram zu verfangen. Es ist
allerdings noch viel zuwenig bekannt, an wen
man sich in dieser Frage wenden kann.
Ulrich Wagner, Geschäftsführer
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